Interkulturelle Kompetenz in der Pflege von Patienten mit Migrationshintergrund – Analyse und Erfassung pflegespezifischer Dimensionen von Interkultureller Kompetenz im Krankenhaus

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Titel: Interkulturelle Kompetenz in der Pflege von Patienten mit Migrationshintergrund – Analyse und Erfassung pflegespezifischer Dimensionen von Interkultureller Kompetenz im Krankenhaus
Autor(en): Koppe, Annika
Erstgutachter: Prof. Dr. Karsten Müller
Zweitgutachter: Prof. Dr. Christel Kumbruck
Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler
Zusammenfassung: Aufgrund der demografischen Entwicklung in Deutschland ist mit einem wachsenden Anteil von Patienten mit Migrationshintergrund in der stationären Versorgung im Krankenhaus zu rechnen. Gerade in der Pflege ist die Interaktion mit Patienten von besonderer Bedeutung und insbesondere in der Interaktion von Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund kann es zu Problemen kommen. In solchen Situationen benötigen Pflegekräfte Interkulturelle Kompetenz, die bisher jedoch kaum in arbeitspsychologischen Studien erforscht wurde. Die Forschungsfragen lauten: Wann wird Interkulturelle Kompetenz in der Pflege erforderlich, was zeichnet sie aus und wie kann Interkulturelle Kompetenz in der Pflege messmethodisch erfasst werden? Als Methoden kommen hauptsächlich qualitative Methoden (Fokusgruppen, Leitfadeninterviews) und in geringerem Umfang quantitative Methoden (Fragebogen) zum Einsatz, die in einem Mixed-Method-Forschungsdesign verbunden werden. Es wurden sowohl Pflegekräfte als auch Patienten mit Migrationshintergrund und Experten für interkulturelle Pflege befragt. Bedeutende Erkenntnisse aus der qualitativen Studie sind, neben den typischen interkulturellen Überschneidungssituationen, die Fähigkeit zur interkulturellen Empathie, die Wichtigkeit der Berücksichtigung der religiösen Bedürfnisse der Patienten und die Beachtung von sprachlichen Barrieren. Die Ergebnisse werden in der Diskussion auf ihren jeweiligen Bezugsrahmen (Organisation, Patient, Ressourcen der Pflegekraft) und ihre Pflegespezifität hin analysiert. Hinsichtlich der methodischen Diskussion sind insbesondere die Problematik der Rekrutierung und die angemessene Befragung der Patienten mit Migrationshintergrund zu nennen. Aus einem Teil der qualitativen Ergebnisse wurde der Situative Fragebogen Interkulturelle Kompetenz Pflege (SFIKP) entwickelt. Die vorhandenen Fallgeschichten ergaben einen Schwerpunkt auf türkische und muslimische Patienten. Eine Pilotversion wurde an einer Stichprobe von Pflegekräften erprobt. Nach einer Evaluation der Testkonstruktion kann der SFIKP in seiner jetzigen Form nicht als eigenständiges Messinstrument zur Erfassung der Interkulturellen Kompetenz bei Pflegekräften empfohlen werden. Als Forschungsinstrument oder als Grundlage für Trainings könnte der SFIKP jedoch Verwendung finden. Die Zusammenführung aus qualitativen und quantitativen Ergebnissen hat einige neue Aspekte ergeben. So sollte in der interkulturellen Pflegesituation dem Prozess der Entscheidungs- und Lösungsfindung durch die Pflegekraft besondere Beachtung geschenkt werden. Außerdem wird diskutiert, unter welchen Bedingungen Interkulturelle Kompetenz aus dem Handlungserfolg abgeleitet werden kann, was direkte Auswirkungen auf die Messbarmachung dieses Konstrukts hat.
URL: https://repositorium.ub.uni-osnabrueck.de/handle/urn:nbn:de:gbv:700-202109095323
Schlagworte: Interkulturelle Kompetenz; Interkulturelle Empathie; Pflege; Kompetenzmessung; Mixed-Method; Situational Judgment Test
Erscheinungsdatum: 9-Sep-2021
Publikationstyp: Dissertation oder Habilitation [doctoralThesis]
Enthalten in den Sammlungen:FB08 - E-Dissertationen

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